Lisa

Meine Diabetes-Geschichte fängt genau genommen schon gut 12 Jahre vor meiner Geburt an. Damals bekam mein 8 jähriger Bruder Typ-1-Diabetes. So wuchs ich schon gleich mit dieser Krankheit auf, erkannte sie aber niemals als solche an. Mein Bruder war für mich ein gesunder Mensch, der ab und zu Essen musste, obwohl er keinen Hunger hatte und wegen dem noch Diabetikerschokolade im Schrank verstaubte (die 80er lassen grüßen). 

Meine eigene Diagnose bekam ich mit 10 Jahren, am Nikolaustag. Als damals alle in Tränen ausbrachen, verstand ich die Welt nicht mehr. Ich hatte jetzt das, was mein Bruder hatte – und dem ging es doch immer gut!? 

Erst jetzt, nach 17 Jahren, kann ich diese Reaktion nachvollziehen. Ich habe gute und schlechte Zeiten mit meinem Diabetes. Gerade in der Pubertät waren mein Diabetes und ich nicht gerade gute Freunde. Nächtliche Unterzuckerungen, Krampfanfälle und letztendlich die Diabulimie machten mich blind für meinen Diabetes. Ich ignorierte ihn jahrelang und fiel 2013 ins Koma. Seitdem habe ich mir vorgenommen, mehr für mich und auch für meinen Diabetes zutun. 

Ich trage mittlerweile eine Pumpe, und auch wenn es immer noch Reibereien zwischen uns gibt, würde ich heute sagen, dass wir unser Leben zusammen ganz gut meistern. Und es hat sogar seine Vorteile: ich habe neue Hobbys und neue Freunde gefunden. 



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